Bankkonten werden immer teurer

| Dianit News


Die Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank sind nun in Kraft. Die Banken wälzen die neuen Kosten offiziell "nur" auf ihre Grosskunden ab. Doch betroffen sind alle.

Schon seit der Ankündigung dieses Strafzinses fragen sich auch Kleinsparer und Anleger, ob, wie und wann sie von dieser Massnahme betroffen sein werden. Noch verlangt keine Bank von ihren Privatkunden explizit Strafzinsen. Aber implizit sind schon mehrere Mechanismen in Kraft, mit denen die Banken ihre neu entstandenen Kosten auf Privatsparer übertragen.

Kontogebühren fressen Zinsen auf

Sparen lohnt sich vielerorts nicht mehr. Ob Kontoführung, Maestrokarte, Geldüberweisung oder Bargeld-Bezug: Bei mehreren Banken übersteigen die Gebühren dieser Dienstleistungen mittlerweile die Zinsen, wie comparis.ch berechnete.

Am schlechtesten fahren die Kunden der Credit Suisse und der UBS. Bei vergleichbaren Leistungen müssen sie ihren Banken bis zu 155 Franken bezahlen, während Postfinance-Kunden 60 Franken gutgeschrieben bekommen. Comparis-Experte Marc Parmentier schreibt dazu, die Banken würden ihren Kunden keine direkten Negativzinsen verrechnen. Allerdings sei nicht auszuschliessen, "dass sie sich die Mehrkosten über höhere Gebühren bei den Kunden hereinholen".

Das heisst für Sparer: Nicht nur auf die Zinsen, sondern auch auf die Gebühren achten und allenfalls den Anbieter wechseln. Zudem können Gebühren eingespart werden, wenn mehrere Konten zusammengelegt werden.

Drohende Strafzinsen für Private

Noch traut sich keine Schweizer Bank, die Negativzinsen direkt an ihre Privatkunden weiterzugeben. Nur Grosskunden oder Vermögende werden von einzelnen Instituten bisher zur Kasse gebeten. So verlangt beispielsweise die Privatbank Lombard Odier auf Bargeld-Bestände ab 100'000 Franken eine Gebühr von 0,75 Prozent. Allerdings wird in Bankkreisen bereits gemunkelt, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis Kleinsparer ebenfalls einen Strafzins zu entrichten haben. Einzelne Stimmen sprechen sogar von einem Zeithorizont von wenigen Tagen.

Die Frage ist, welche Bank sich zuerst exponiert. Ist man davon betroffen, muss die folgerichtige Reaktion lauten: Sofort das Konto wechseln oder sich ein Tresor anschaffen...

Quelle: Cash